« News

Es gibt viel zu tun!

RK-1086

Frank Bsirske sprach als ver.di-Vorsitzender zur Bundesjugendkonferenz und stellte sich im Anschluss kritischen Fragen der Jugend. Die geplante Podiumsdiskussion mit ihm und seinem Stellvertreter Frank Werneke verkürzte die Konferenz aus Zeitmangel auf ein Referat mit anschließenden Fragen.

Der Vorsitzende kritisierte zunächst die wirtschaftsfreundliche Politik der Bundesregierung: Die zunehmende Unsicherheit vor allem junger Beschäftigter, die staatliche Subventionierung von Löhnen, die nicht zum Leben reichen und die absehbare Altersarmut der jungen Beschäftigten von heute seien unerträglich.

„Die Entsicherung der lebendigen Arbeit als Folge der Agenda-2010-Politik im vergangenen Jahrzehnt“ müsse gestoppt werden, so Frank zu den jungen Delegierten. „Wenn eine Durchschnittsverdienerin heute 35 Beitragsjahre benötigt, um mit ihrer Rente das Hartz-IV-Niveau zu erreichen“, bekommen wir kein demografisches Problem, sondern vor allem ein massives soziales Problem, blickte Frank in die Zukunft der jungen Generation von heute.

Als Gewerkschaft sei es daher heute wichtiger denn je, die Interessen der abhängig Arbeitenden zu vertreten. Wir müssen den Kampf für unbefristete Vollzeitstellen, einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro und gleiches Geld für gleiche Arbeit zu führen, wie Frank betonte. Die Delegierten quittierten seine Rede mit heftigem Applaus. Danach stellten sie ihm aber auch einige kritische Fragen.

So wollten sie von ihm wissen, wie er zu dem Vorstoß der Gewerkschaftsspitzen zur Tarifeinheit steht. Ein Antrag fordert den Bundesvorstand auf, die Forderung wieder fallen zu lassen. Eine gesetzliche Ausweitung der Friedenspflicht bei mehreren Tarifverträgen in einem Betrieb würde das Streikrecht der Gewerkschaften massiv gefährden. Frank fürchtet hingegen, dass ohne diese gesetzliche Regelung noch mehr Spartengewerkschaften entstehen werden und künftig jede Berufsgruppe für sich alleine kämpft.

Im Anschluss daran gab es eine Diskussion über die Verteilung der knapper werdenden Ressourcen. Verschiedene Delegierte äußerten Kritik an den Kürzungen, die ihrer Ansicht nach die nötige Verjüngung der Gewerkschaft gefährden. Ringo Bischoff äußerte sich als Bundesjugendsekretär ebenfalls dazu und meinte, die Gewerkschaftsjugend könne zwar den gegenwärtige Stand ihrer Arbeit halten. Für Innovationsprojekte, die Frank auch angemahnt hatte, sei nun aber kaum noch Geld zur Verfügung. Es gibt also weiterhin viel zu tun für die ver.di Jugend. In Zukunft wird es vor allem darauf ankommen, wieder mehr Menschen für die Gewerkschaft gewinnen zu können. Dann wird es auch wieder mehr Ressourcen für die gewerkschaftliche Arbeit geben.

Am Ende verabschiedete sich Frank Bsirske, da er bereits morgen in Athen beim Kongress des europäischen Gewerkschaftsbundes erwartet wird. Er habe die Atmosphäre bei Bundesjugendkonferenz aber erneut sehr genossen und ist stolz auf seine Gewerkschaftsjugend.

Kommentieren

Alle Felder sind Pflichtfelder